Wir leben in Pliezhausen genau zwischen zwei der schönsten Wandergebiete Süddeutschlands: der Schwäbischen Alb mit ihren weiten Aussichten am Albtrauf und dem Naturpark Schönbuch mit seinen alten Buchenwäldern. Beide erreicht man mit dem Auto in fünf bis fünfundzwanzig Minuten, beide haben einen ganz eigenen Charakter, und mit Hund funktionieren sie hervorragend. Wir sind mit unserer Labrador-Hündin Amy regelmäßig in beiden Räumen unterwegs und sammeln hier, was wir am Wandern mit Hund in der Region am meisten schätzen.
Drei Gründe, hier mit Hund zu wandern
Erstens, ein dichtes Wegenetz, das die Gäste verteilt. Der Naturpark Schönbuch hat allein über 560 Kilometer markierte Wanderwege auf 156 Quadratkilometern, dazu kommt der Albsteig (HW1) entlang des Albtraufs als einer der längsten Hauptwanderwege Süddeutschlands sowie hunderte regionale Rundwege im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Selbst in der Hochsaison wandert man oft eine ganze Stunde, ohne jemandem zu begegnen. Für uns mit Amy ist das Gold wert, weil sie nicht ständig anderen Hunden ausweichen muss und wir die Tour entspannt genießen.
Zweitens, naturbelassene Wege mit eigener Atmosphäre. Im Schönbuch dominieren alte Buchenstämme und ruhige Täler, im Albvorland Streuobstwiesen und Bachläufe, am Albtrauf Schotter und Wurzeln auf den Steilstücken. Das ist nicht nur landschaftlich schön, es hat eine eigene Stimmung, vor allem im Frühling und Herbst. Hunde merken den Unterschied zu einer asphaltierten Promenade sofort, sie sind aufmerksamer, neugieriger, ruhiger.
Drittens, jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz. Frühling bedeutet blühende Streuobstwiesen und klare Luft am Albtrauf. Sommer ist im Buchenwald des Schönbuchs angenehm schattig, am Wasser sogar erfrischend. Im Herbst leuchten die Wälder bunt und die Aussichten gehen weit. Selbst der Winter funktioniert gut, solange man festes Schuhwerk dabei hat und am Albtrauf bei Glätte vorsichtig ist. Für uns gibt es kein falsches Wandermonat.
Pliezhausen zwischen Alb und Schönbuch
Wichtig zur Geografie, weil es immer wieder Verwirrung gibt: Pliezhausen liegt nicht auf der Schwäbischen Alb, sondern im Albvorland zwischen Tübingen und Reutlingen, am Übergang zum Naturpark Schönbuch. Genau das ist unser Standortvorteil, weil wir beide Naturräume mit kurzer Anfahrt im Tagesausflug abdecken.
- Schönbuch im Westen: ungefähr fünf Minuten Autofahrt zu den Haupteingängen. Die längeren Buchenwald-Touren und Tal-Routen sind damit direkt erreichbar.
- Schwäbische Alb im Süden: zwischen fünfzehn und fünfundzwanzig Minuten zum Albtrauf, je nach Ziel von Bad Urach über die Achalm bis Lichtenstein oder Sonnenbühl.
- Direkt vor dem Haus: offene Felder, ein Bach, kleine Mischwälder. Genau die richtige Größe für die Morgen- und Abendrunde mit Hund, ganz ohne Anfahrt.
Naturpark Schönbuch

Der Schönbuch ist mit 156 Quadratkilometern und 560 Kilometern markierten Wegen einer der größten und ältesten Naturparks Süddeutschlands. Sein Charakter: alte Buchenwälder, ruhige Täler, kaum nennenswerte Höhenmeter. Mit Hund schätzen wir hier vor allem die langen, fast meditativen Strecken, auf denen Amy ohne ständige Reize laufen kann, und den Schatten auch im Hochsommer.
Drei Eingänge, die wir gerne empfehlen:
- Bebenhausen Kloster als Start- oder Endpunkt einer Wanderung, mit Einkehr in einer der Gaststätten am Klosterhof.
- Olgahain mit seinen alten Buchen, vor allem im Herbst eindrucksvoll.
- Goldersbachtal, ein langes Tal mit Bach, das im Sommer kühler bleibt als die Hochlagen.
Hund im Schönbuch. Insgesamt unproblematisch. Leinenpflicht gilt nicht überall, aber während der Brut- und Setzzeit (April bis Juli) wird sie in vielen Bereichen empfohlen, und in den ausgewiesenen Naturschutzgebieten innerhalb des Parks ist sie Pflicht. Die Beschilderung ist klar.
Schwäbische Alb
Die Alb ist der landschaftliche Gegenpol zum Schönbuch: weniger Wald, mehr offene Hochflächen, dazu die markante Steilkante des Albtraufs mit ihren Aussichtspunkten. Der Albsteig (HW1) des Schwäbischen Albvereins zieht sich über mehrere hundert Kilometer entlang des Nordrands. Im Biosphärengebiet Schwäbische Alb, einem der UNESCO-Biosphärenreservate Baden-Württembergs, kommen unzählige regionale Rundwege dazu.
Was uns mit Hund auf der Alb besonders gefällt: Aussichtspunkte, an denen Amy auf einer Bank neben uns Pause macht, während wir zwanzig Kilometer weit ins Albvorland blicken. Die Stille auf den Hochflächen abseits der Touristen-Punkte ist in der Region einzigartig.
Im Lauf der nächsten Monate schreiben wir zu jeder dieser Touren einen eigenen, detaillierten Beitrag. Wir gehen sie selbst, fotografieren mit Amy und kontrollieren Höhenmeter sowie Einkehr-Optionen. Bis dahin als kurze Übersicht:
- Wasserfall Bad Urach. Klassiker, ungefähr 20 Kilometer von uns. Etwa eine Stunde Wanderung, der Wasserfall ist auch im Sommer wasserführend. Hund: an der Leine empfehlenswert wegen Touristen und schmaler Wege.
- Schloss Lichtenstein. Halbtagestour mit Aussicht. Hunde sind im Schlossgarten erlaubt, im Schloss-Inneren nicht.
- Nebelhöhle und Bärenhöhle bei Sonnenbühl. Außen Spaziergang, in den Höhlen sind Hunde leider nicht erlaubt. Lohnt sich für die Wanderung außenrum.
- Uracher Alb und Albtrauf. Längere Touren, höhenmeterintensiv, dafür weite Sicht und wenig Asphalt. Für sportliche Hunde ideal.
- Berg Jusi bei Kohlberg. Vulkanischer Aussichtsberg, Naturschutzgebiet. Im Frühjahr teils Wegegebote, im Sommer und Herbst gut machbar.
- Achalm bei Reutlingen. Reutlinger Hausberg, ungefähr zehn Kilometer von uns. Schöne kurze Tour mit weiter Aussicht oben, gut für eine Halbtages-Runde.
Hund auf der Alb. Im Biosphärengebiet gibt es Kernzonen mit strenger Leinenpflicht, Pflegezonen und Entwicklungszonen mit weniger strikten Regeln. Beschilderung ist gut, aber vor Anreise einmal die offizielle Karte ansehen. Details und allgemeine Regeln stehen im nächsten Abschnitt.
Leinenpflicht und Regeln
Es gibt nicht die eine Regel für die ganze Region, das ist die häufigste Quelle für Verwirrung bei Gästen.
Grundsätzliche Pflicht überall im Wald in Baden-Württemberg: Hunde dürfen nicht auf Wildtiere hetzen. Ein Hund, der wiederholt Hasen jagt, kann auch ohne formelle Leinenpflicht zu Problemen mit dem Forstamt führen. Klingt streng, ist es auch.
Spezifische Leinenpflicht:
- Naturschutzgebiete und Kernzonen im Biosphärengebiet: Leine ohne Diskussion.
- Brut- und Setzzeit, also ungefähr 1. April bis 15. Juli: in vielen Gebieten Leinenpflicht oder dringend empfohlen, weil Wildtiere Junge haben.
- Ortsdurchquerungen, Parkplätze, Touristenpunkte: Leine, schon aus Höflichkeit anderen gegenüber.
- Auf Wiesen mit Vieh: Leine. Selbsterklärend, aber alle paar Wochen liest man von einem Vorfall mit Schafen oder Kühen.
Im Zweifel Leine dran. Das schont die Beziehung zum nächsten Förster, zu anderen Wanderern und am Ende dem eigenen Hund.
Praktisches: Wasser, Tierarzt, Auto
Wasser. Wir empfehlen für jede Wanderung über zwei Stunden eine eigene Wasserflasche plus faltbarer Napf für den Hund. Quellen gibt es, aber nicht überall. Im Sommer trinkt ein mittelgroßer Hund auf einer drei-Stunden-Tour gerne einen halben Liter.
Tierarzt-Notfall. Die Tierklinik Reutlingen ist 24/7 erreichbar und hat eine eigene Notfallnummer. Wir hängen die Adresse und Nummer in beiden Wohnungen am Kühlschrank aus, damit Gäste sie im Ernstfall sofort finden, ohne erst suchen zu müssen.
Auto-Hinweis. Im Sommer kein Hund alleine im Auto auf einem Wanderparkplatz. Auch im Schatten kann das Auto auf 40 Grad steigen. Klingt banal, wird aber jedes Jahr unterschätzt. Wer trotzdem mal kurz tanken muss: Klima auf Eco lassen oder besser zu zweit fahren.
Hundefreundliche Einkehr
Verlässliche Aussagen pro Lokal sammeln wir in den Tour-Beiträgen, sobald wir eine Strecke selbst getestet haben. Eine generelle Beobachtung können wir aber jetzt schon teilen: in der Tübinger Innenstadt sind Hunde im Sommer schwierig, weil die Außenplätze stark frequentiert sind und der Hund kaum Platz unter dem Tisch hat. Da gehen wir mit Amy lieber an den Neckar und kaufen ein Eis. Wer auf Albvereinshütten oder ländliche Gaststätten in den Dörfern rund um Alb und Schönbuch ausweicht, hat in unserer Erfahrung deutlich entspannter Platz, oft mit Wassernapf vor der Tür.

Worauf wir bei Hundegästen Wert legen
Wir mögen Hunde, beide Wohnungen sind hundefreundlich, und Amy als Familienhündin weiß ohnehin, dass Vierbeiner zum Alltag gehören. Drei Sachen sind uns für ein gutes Miteinander allerdings wichtig.
Anpassungsfähigkeit. Eine Ferienwohnung ist eine fremde Umgebung, andere Geräusche, andere Gerüche, anderer Tagesablauf. Hunde, die in solchen Situationen sehr unruhig oder gestresst reagieren, fühlen sich bei uns oft nicht wohl, und das überträgt sich auf den ganzen Aufenthalt. Wer den eigenen Hund kennt, weiß, ob das passt.
Ruhe wenn niemand zuhause ist. Es kommt vor, dass Gäste mal kurz ohne Hund weg müssen, etwa zum Outlet oder ins Restaurant. Hunde, die in solchen Phasen dauerhaft bellen, stören die Nachbarn. Wer das im Alltag bereits geübt hat oder einen ruhigen Vierbeiner hat, ist bei uns gut aufgehoben.
Möbel und Bett bleiben tabu. Klingt streng, ist aber unsere klare Bitte. Eigene Decke vom Hund mitbringen, Hundekörbchen oder Hundebett, das geht selbstverständlich. Aufs Sofa oder ins Bett möchten wir nicht.
Das sind keine Verbote, sondern unsere Voraussetzungen für einen entspannten Aufenthalt für Gäste, Hund und uns als Gastgeber.
Quellen und weiterführende Infos
- Naturpark Schönbuch, offizielle Seite
- Biosphärengebiet Schwäbische Alb
- Schwäbischer Albverein, Hauptwanderwege inkl. Albsteig HW1
- Schwäbische Alb Tourismus, Routen-Übersicht
- DB Regio, Mitnahme von Hunden
- Wikipedia, Naturpark Schönbuch (Größe und Wege-Netz)
- Tierklinik Reutlingen, Notfall-Hotline: vor Ort an der Wohnungstür ausgehängt, Nummern halten wir aktuell.
- Stand der Recherche: 2026-04-26. Detaillierte Beiträge zu einzelnen Routen folgen mit konkreten Höhenmetern, Foto-Material und Test-Datum vor Ort.
